Mittwoch, 15. Mai 2013

Der Zirkus ist in der Stadt, deshalb wunderte es mich auch nicht sonderlich, dass mir bei meiner gestrigen Radtour ein in Freizeitkleidung gehülltes radfahrendes Schwein entgegen kam. Es (oder sie?, Miss Piggy?) schaute mich unfreundlich an.
Der Zirkus ist in der Stadt, deshalb wunderte es mich auch nicht sonderlich, dass mir bei meiner gestrigen Radtour ein in Freizeitkleidung gehülltes radfahrendes Schwein entgegen kam. Es (oder sie?, Miss Piggy?) schaute mich unfreundlich an.

Sonntag, 16. Januar 2011

Was so alles durch den Kopf geht (Teil x von y)

Barthes erklärte den Autor für tot. Dies ist unwahr. Wahr ist: Barthes hat nie gelebt.

Nun bin ich ein Leser und lasse mir von einem Schreiber nicht vorschreiben oder erklären, wie ich einen Autor zu lesen habe oder lese. Oder auch anders: Ich lasse mich nicht dadurch definieren, dass jemand den Leser beschreiben und erklären möchte. Wenn jemand mich beschreibt, beschreibt er erstmal nur seinen eigenen Geisteszustand, heißt auch: wie er mich wahrnimmt.

Bei "beschreiben" fällt mir immer ein, das jemand den Körper eines anderen mit Zeichen "beschreibt" ("bemalen" geht auch; "bezeichnen" ist wieder erklärungsbedürftig.

Als Kinder führten wir Diskussionen, ob Winnetou gelebt hat oder nicht und ob er im desaströsen dritten Band wirklich gestorben ist. Wir hielten es für möglich, dass Karl May gelogen haben könnte.

Samstag, 23. Oktober 2010

Widerstand

Ich leiste energischen Widerstand gegen die in meinen Kreisen zu oft geäußerte Meinung, Polittalkshows zum Thema Armut, Hartz IV, Migration und Integration seien höchstens als ein Versuch zu werten, Absurdes Theater auf diesem Wege den bildungsfernen Mittelschichten als adäquate Kunstform anzudienen.

Es ist weder so noch anders.

Aphroismus, Aphordisiakum

... und andere Fehler.

Man kann alles wollen, nur das Wollen nicht.

Auch Schopenhauer hat eigentlich zu viel gewollt.

Freitag, 8. Oktober 2010

Aus aktuellem Anlass alte (Febr. 1994) und grob formulierte Notizen gefunden

Nicht uninteressant, wenn's auch bei Gerken (Management by Love, S. 390 ff) steht: Warum die Dummen in bestimmten Situationen und Phasen intelligenter sind als die Intelligenten. Der intelligente Mensch denkt zuviel, konstruiert sich ein zu kompliziertes Weltbild, in dem er sich verfängt. Der dumme Mensch ist zu dumm dazu, konstruiert sich also ein einfaches Weltbild und kommt damit in bestimmten Situationen gut zurecht und ist deshalb erfolgreich. Ein Macher!!
Der "Dumme" kommt in Boom-Phasen, Aufbauphasen etc besser zurecht als der "Intelligente". In anhaltend turbulenten Zeiten, wenn "die Welt" komplexer und unübersichtlicher wird, dann ist der Dumme wirkliche der Dumme.

siehe auch: Tuchman, Barbara (BT): Die Torheit der Regierenden, Frankfurt/M., 1984: Phänomen der Lernblockade durch Macht und Prestige. Jedes Etablieren im Feld einer Prestige-Aura führt sehr schnell zu >>mentaler Dummheit<<. Geistiger Stillstand und Macht korrelieren also miteinander. Henry Kissinger hat dazu gesagt, dass politische Führer "im Amt nichts hinzulernen, was über die Überzeugungen hinausgeht, die sie mitgebracht haben". Die Anfangsüberzeugungen werden zumeist auch durch den persönlichen Erfolg besträrkt. Eine problematische Rückkopplung, die aber auch im banalen Alltagsleben greift. Weil man erfolgreich ist (oder zu sein glaubt), verstärkt man seine Überzeugungen. Das führt dazu, dass die Eliten die Überzeugungen, das heißt ihr intellektuelles Kapital, während ihrer Amtszeit verbrauchen.

Die Analysen von BT zeigen die Tendenz, dass Macht, Position und Autorität geradezu verhindern, aus Erfahrung zu lernen. Denn die meisten Menschen, die ganz nach oben kommen, lernen dort nicht, wie man neue Erfahrungen verarbeitet. Sie immunisieren sich gegen neue Erfahrungen. Sie verstärken überwiegend nur die Überzeugungen, durch die sie erfolgreich geworden sind. Weiter zeigt BT, dass Umfeld-Phänomene, die nicht ins Überzeugungsbild passen, rigoros ausgeblendet werden. Es kommt sehr schnell zu drei Stufen der mentalen Dummheit: Auf der ersten Stufe ist es noch geistiger Stillstand. Die Grundsätze werden zumeist verbal verfestigt. Sie bekommen Slogan-Charakter. Man glaubt an seine eigenen Sprüche, weil sie immer schöner werden.

Auf der zweiten Stufe werden die Dissonanzen und die Unstimmigkeiten, die aufgrund der Umfeld-Realität auftauchen, zum Anlass genommen, die anfänglichen Grundsätze zur Erstarrung zu bringen. Die Grundsätze und Überzeugungen müssen nunmehr das "Ego des Verantwortlichen" schützen. Je größer der Einsatz und je stärker sich das Ich des Verantwortlichen engagiert hat, umso unannehmbarer wird die "störende" Wirklichkeit. (...)
... Analysen haben beispielsweise gezeigt, dass derartige Führer gekennzeichnet waren durch eine hohe Input-Schwelle (wenig Neues lernen), gepaart mit einer hohen Output-Schwelle (im Prinzip immer die gleichen Überzeugungen verkünden). Das führt zu Erfolgen durch Starrheit. Und das wiederum ist das Ende der Intelligenz.

Auf der dritten Stufe gibt es bereits erste Verblendungen, das heißt: Selbst dann, wenn Operationen scheitern und Entscheidungen ganz offensichtlich falsch waren, wird auf "bestehen auf Irrtum" Wert gelegt.

(leicht verändert am 8.10.2010)